Stadtumbau in Weida ausgewertet

Weidaer Amtsblatt vom 7. Februar 2009
Von Erkan-Joachim Müller

Als Ministerbesuch war das Arbeitsgespräch angekündigt, zu dem Stadträte, Verwaltungsmitarbeiter, Stadtplaner und Wohnungswirtschaftler am 2. Februar 2009 in den Balkensaal der Osterburg eingeladen waren. Thüringens Bauminister Gerold Wucherpfennig kam nicht, für ihn sprang sein Referatsleiter für Städtebauförderung Konrad Ballheim ein.

Und der zeichnete ein durchweg positives Bild der freistaatlichen Städtebauförderung von 2002 bis 2009. Der Termin in Weida gehörte zu den ministeriellen Bereisungen der 42 Thüringer Städte, die in das Programm Stadtumbau integriert sind. Eine Stadtumbaukonferenz soll am 16. Februar in Meiningen Bilanz ziehen und einen Ausblick in die nächste Dekade bis 2020 wagen.

Im Jahr 2010 wird der Bund neue Konzepte vorstellen und da will Thüringen rechtzeitig die eigenen Belange vortragen. Von einer Weiterführung der Städtebauförderprogramme wird indes stillschweigend ausgegangen, denn Stadtentwicklung braucht Kontinuität.

In Weida wurden zwischen 1991 und 2009 21 Millionen Euro in die Wohnungsbauförderung gesteckt und weitere 10 Millionen Euro Städtebaufördermittel ausgereicht.

Die letzte Bereisung war 2005 und Referatsleiter Ballheim bescheinigt der Stadt Weida, einen Riesenschritt nach vorn getan zu haben. Konzeptionell und real – im Stadtgebiet sichtbar. Immerhin gibt es in Weida 40 Hektar Fläche, die das Bauministerium als Denkmal- und Sanierungsgebiet bestätigt hat.

Probleme gibt es auch, das wissen Ministerium und Stadtplaner nur zu gut. Zwar ist der Neubaubestand in Weida zu 100 % saniert, Sorge bereitet der zunehmende Leerstand der Wohnungen in der Innenstadt und der zunehmende Aufwand für Sicherungen der Altbausubstanz, um Abrisse zu vermeiden. Langer Atem ist gefragt, weil geförderte Sanierung nur bei plausibler nachfolgender Nutzung erfolgt und die Denkmalpflege noch ein ganz eigenes Wörtchen mit zu reden hat. Und – bis 2016 wird der Leerstand noch ansteigen. Da gilt es, vorbereitet zu sein. Bürgermeister Beyer wünschte sich 4.000 Einwohner mehr, das würde manches ändern. Die Realität sieht anders aus.

2008 standen 43 Geburten 88 Sterbefälle gegenüber. Die Bilanz der Einwohnerwanderung ist noch schlechter: 258 Zuzüge und 392 Wegzüge.

Ausblick in die Zukunft? Reihenhäuser in die Baulücken, Infrastrukturentwicklung für die Innenstadt, Wohnen, Parken, Einkaufen leicht gemacht!

Konzeptionell steht Weida gut da. Nicht zuletzt durch die jahrelange enge Zusammenarbeit mit Wohnstadt Thüringen – Berater und Koordinator in allen Sanierungsfragen. Für eine neue Initiative Weida lückenlos war Ende 2008 vom Stadtrat grünes Licht gegeben worden.

Ziel: Schandflecke, Brachen und ungenutzte Flächen beseitigen, Investoren und private Bauherren nach Weida locken. Wohnstadt Thüringen bereitet dazu einen speziellen Internetauftritt vor, der spätestens zum Quartalsende ins Netz gestellt wird. Hier sind 42 Grundstücke mit Lage, technischen Daten und Nutzungsvorschlägen erfasst.

Aber die Stadtverwaltung braucht weitere Hilfe, von der institutionellen Wohnungswirtschaft und vom Freistaat. So signalisierte der Referatsleiter Hilfe beim Aufbau eines kommunalen Grundstücksfonds und wie schon erwähnt Hilfe bei Sicherungen, ohne das jetzt schon Sanierung oder Nutzung bekannt wären. Diese Förderung werde ohne städtischen Anteil erfolgen, so Ballheim. 2010 bis 2020 gibt es neue Chancen für eine Renaissance der Thüringer Innenstädte, die einmalig sind, weil sie überwiegend von alliierten Bomben verschont blieben. Gott sei Dank!

weida-lueckenlos.de/presse/presse01.php | gedruckt am 19.11.2017

Weida lückenlos – Eine Initiative der Stadt Weida (www.weida.de)
Sanierungsträger: Wohnstadt (www.wohnstadt.de)

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