Stufe Zwei zur Zündung

OTZ vom 28. August 2009
Von Petra Lowe Weida.

Weiter mit Initiative "Weida lückenlos" – Architekten entwickeln Ideen für Brachen

Presse

Wie eine riesige Zahnlücke klafft die offene Stelle auf dem Weidaer Platz der Freiheit 21/22. Vielleicht wird die Baulücke dort nur deshalb besonders schmerzlich empfunden, weil sie einen hässlichen Riss im Bild der darüber thronenden Osterburg lässt. Vielleicht, sagt Bauamtsleiter Lutz Stieler verständnisvoll. Aber gerade der Blick hinauf zur Burg mache dieses Grundstück zum Sahnestückchen unter 44 Baulücken und abrisswerten Gebäuden der Weidaer Innenstadt.

Die Liste der Brachen reicht vom alten Kaufhaus in der Brüderstraße 6 bis zum unbebauten Grundstück in der Zimmerstraße 2/4. Mit der Initiative «Weida lückenlos» (wir berichteten) sollen Lücken gefüllt, umgestaltet, wieder nutzbar gemacht werden. Dazu braucht es mehrere kreative Köpfe. Unter Leitung ihres Sanierungsträgers Wohnstadt Thüringen wurde bereits eine Internetpräsentation entwickelt, die der Stadt und auch privaten Eigentümern gestattet, ihre Objekte in den Fokus der nahen und fernen Öffentlichkeit zu rücken. Immer in der Hoffnung, potenzielle Käufer anzulocken.

Dass dies nicht damit getan ist, auf der Internetseite heruntergekommene Häuser oder freie Parkflächen zu zeigen, wissen auch die Weidaer. Da brauchte es eine Stufe Zwei um zu zünden, eine Animation, wie es aussehen könnte. Drei Architekturbüros – Gigov, Heinrich, Kahlert – entwickelten Entwürfe für die ersten fünf Grundstücke und Baulücken. In einem Workshop, den Olaf Baum, stellvertretender Vorsitzender des Landeswettbewerbsausschusses der Architektenkammer Thüringen, leitete, diskutierten die Weidaer Architekten über Lösungen. Ein Wettbewerb ist dies nicht, dafür fehlt auch schlicht das Geld. Denn es ist eine gewisse Vorleistung, die die jungen Fachleute erbringen. Wenngleich ein kleiner Obolus gezahlt werde, so Baum. Doch die Architekturleistung trägt dies nicht. Die Hoffnung besteht, dass der später im Internet sichtbare und in sich flexible Entwurf den künftigen Bauherrn begeistert und der Architekt weiter verpflichtet wird.

Doch noch ist es nicht soweit, noch stehen die Bauwilligen nicht Schlange. Dennoch. Die Architekten waren in ihrem Element, fanden interessante und moderne Wohnentwürfe. Über die gestalterische Kombination von Anpassung an die Dachgiebelformen der Nachbarhäuser und dazwischen drei Reihenhäusern mit Innenhöfen am Platz der Freiheit 21/22, war am meisten diskutiert worden. Mit den Innenhöfen werde die Sonne ins Wohnzimmer gelassen, sagte Architekt Miroslav Gigov. Das Büro hatte auch die Idee für drei moderne Flachdach-Häuser am Wasser unterhalb der Burg mit Garagen und Dachterrassen. Sandstraße 6/Am Sand 7 beschäftigten Tina Körtelt und Robert Heinrich. Dafür liegt nun ein Entwurf vor, für ein zwei- möglicherweise dreigeschossiges Haus mit Flachdach, Garten und Parken im hinteren Bereich. Für das heruntergekommene Gebäude Schloßstraße 15 hat Heinrich die Idee, im Erdgeschoss ein Literaturcafé einzurichten, darüber Wohnen. Interessant seine Lösungen für den Rückzugsgarten. Denkbar seien zwei oder drei Geschosse oder auch eine große Dachterrasse mit Blick zur Osterburg, so der Architekt. Petra Kahlert hatte mit der Kirchstraße1/Rosenstraße 5 eine Fläche zu bedenken, für die eine Parkfläche und ein in der Gestaltung den Nebenhäusern angepasstes kleines Wohnhaus entstehen könnte, mit Garten.

War die Ideenwerkstatt der Architekten für die Initiative «Weida lückenlos» noch ins Rathaus gezogen, will man künftig in der Stadt persönlich ansprechbar sein. Ein externes Büro ist angemietet, ein so genannter Info-Treff in Weidas ehemaliger Brotbank, Am Plan 3. Am Donnerstag wird das Büro um 15 Uhr eröffnet. Neugierige wird diese Büroeröffnung ganz sicher anziehen, ob daraus künftige Bauherren werden, wird sich zeigen. Grundstücke, Bebauungsvorschläge und sicher auch Finanzierungskonzepte gibt es ja genug.

Artikel in der OTZ

weida-lueckenlos.de/presse/presse02.php | gedruckt am 23.09.2017

Weida lückenlos – Eine Initiative der Stadt Weida (www.weida.de)
Sanierungsträger: Wohnstadt (www.wohnstadt.de)

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