Neues Leben trifft alte Brotbank

OTZ vom 3. September 2009
Von Petra Lowe, Weida.

Info-Treff «Weida-lückenlos» eröffnet – Dienstleistung zur künftigen Brachenbeseitigung

Presse

Tradition trifft auf Moderne - könnte man denken, wenn es um die neue Bestimmung des ehemaligen Brotbankstandortes in Weida geht.

Dort, wo bis 1887 Brot ausgegeben und Kuchen zu haben war – der Name Kuchenweide soll an dieser historischen Quelle entstanden sein - sind künftig Ideen und handfeste Architektenträume zu haben. Gestern öffnete im Haus Am Plan 5 in Weida der Info-Treff der Initiative «Weida lückenlos». Blumen brachte Bürgermeister Werner Beyer (parteilos) für die Eigentümerin des Hauses, die mit der Sanierung ihres Gründerzeithauses selbst schon Zeichen im Denkmalensemble Weidaer Innenstadt gesetzt hatte. Doch jahrelang hatte Annette Seiferth zwar die Schaufenster liebevoll dekoriert. Im Innern der Gewerberäume aber herrschte Ruhe. Nun steht die Tür immer mittwochs von 15 bis 18 Uhr Interessenten und künftigen Bauherren offen.

Noch ist die Ausstattung des neuen Informationsbüros spartanisch: zwei Schreibtische und vier Stühle. Das werde bald anders aussehen, ist Betreuerin Simone Schönefeld vom Sanierungsträger Wohnstadt Thüringen sicher. Schon jetzt üppiger ist die Liste der Brachenangebote. 44 private und städtische Gebäude oder Baulücken sind erfasst und sollen neu belebt werden.

Weida soll lückenlos werden. Aber das geht nur schrittweise. Ende letzten Jahres wurde der Startschuss für die Initiative per Stadtratsbeschluss gegeben. Inzwischen ist die Internetplattform geschaffen und vier aktuelle Architektenentwürfe für die Bebauung eingepflegt. Dabei geht es nicht nur um Neubau, wie am Platz der Freiheit. Für die Schlossstraße 15 beispielsweise ist eine Sanierung vorgesehen.

Doch nicht für alle Brachflächen geht die Bearbeitung so zügig voran, gibt Simone Schönefeld zu Bedenken. Es sei ein großer Aufwand, sich mit den Eigentumsrechten auseinanderzusetzen. Einverständnisse zur Auflistung müssten eingeholt werden. Und manchmal seien die Eigentumsverhältnisse ungeklärt oder auch das Grundstück über dessen Wert belastet. Da müsse man beraten, Auswege suchen, so die Projektverantwortliche. Seit gut einem Dreivierteljahr agieren die «Weida-lückenlos»-Aktivisten Resonanz auf die Angebote gibt es noch nicht. Könne es auch noch nicht, rechnet die Beraterin mit einem Jahr Zeit bis handfestes Interesse zu verzeichnen sei.

Die engagierte Frau agiert nicht allein. Mit im Team sind eine Kauffrau und ein Stadtplaner. Fördermittelmanagement und Finanzierungskonzepte werden ebenso angeboten wie Bauberatung. «Die Entwürfe sind nicht in Stein gemeißelt», hält Simone Schönefeld Wege offen. Auch könne sie, wenn Reihenhäuser zur Debatte stehen, Bauherren zusammenbringen und so Synergien schaffen.

Alles das ist letztlich eine Dienstleistung der Stadt Weida, die in einem Vertrag mit der Wohnstadt Thüringen bis ins Jahr 2011 besiegelt wurde. Gesamtkosten: über 120.000 Euro. Aus dem Stadtsäckel fließen drei Jahre lang jeweils 15.000 Euro. Der Rest kommt aus dem großen Fördertopf.

Artikel in der OTZ

weida-lueckenlos.de/presse/presse03.php | gedruckt am 19.11.2017

Weida lückenlos – Eine Initiative der Stadt Weida (www.weida.de)
Sanierungsträger: Wohnstadt (www.wohnstadt.de)

Weida im Vogtland Weida im Vogtland Weida im Vogtland Weida im Vogtland